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Ratgeber

Leckagen­optimierung in der ISO 50001: Einsparungen richtig nachweisen

Leckagenoptimierung im Energiemanagement nach ISO 50001: Ausgangsbasis erfassen, Maßnahmen priorisieren und Einsparungen in kWh, CO₂ und Euro belegen.

Kurz gesagt

Die ISO 50001 verlangt eine fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung, die ISO 50003 deren Nachweis bei der Zertifizierung. Die Leckagenoptimierung eignet sich dafür besonders gut: Jede Leckage lässt sich erfassen, bewerten und nach der Reparatur als Einsparung in kWh, Tonnen CO₂ und Euro ausweisen. Entscheidend ist eine lückenlose Dokumentation – von der Ausgangsbasis bis zum Erfolgsnachweis.

Warum Leckagen ins Energie­management gehören

Ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 lebt von Maßnahmen, deren Wirkung sich belegen lässt. Die Leckagenoptimierung ist eine solche Maßnahme: Jede Leckage hat einen bezifferbaren Volumenverlust, und jede Reparatur senkt den Strombedarf der Drucklufterzeugung nachvollziehbar.

Die ISO 50003 legt fest, dass Zertifizierungsstellen die Verbesserung der energiebezogenen Leistung bei Zertifizierung und Rezertifizierung prüfen. Gut dokumentierte Leckage-Projekte liefern dafür genau die Zahlen, die gebraucht werden.

In fünf Schritten zum belegbaren Nachweis

  1. Ausgangsbasis erfassen: Leckageortung und Bewertung zeigen den Verlust vor der Maßnahme – in m³, kWh, CO₂ und Euro.
  2. Maßnahmen planen: Leckagen nach Verlust und Aufwand priorisieren, Materiallisten und Reparaturaufträge erstellen.
  3. Umsetzen und dokumentieren: Jede Reparatur mit Datum festhalten.
  4. Wirkung nachweisen: Einsparung auswerten und auf Wunsch per Durchflussmessung verifizieren.
  5. Wiederholen: Regelmäßige Ortung, weil neue Leckagen entstehen – das ist die fortlaufende Verbesserung, die die Norm verlangt.

Die fünf Schritte folgen dem Plan-Do-Check-Act-Zyklus, auf dem die ISO 50001 aufbaut.

Welche Daten in die Dokumentation gehören

  • Anzahl, Kategorie und Standort der Leckagen – mit Foto
  • Verlust je Leckage und gesamt in m³ pro Jahr
  • Stromäquivalent in kWh und CO₂ in Tonnen – mit offengelegten Umrechnungsfaktoren
  • Kosten bzw. Einsparung in Euro, auf Basis Ihres Druckluftpreises
  • Reparaturstatus mit Datum
  • Optional: Erfolgsnachweis per Messung

Die DAB Energy Leckagen-Datenbank rechnet standardmäßig mit 8 m³ Druckluft je kWh und 0,5 kg CO₂ je kWh. Beide Faktoren werden je Kunde hinterlegt, damit die Auswertung zu Ihren eigenen Kennzahlen passt.

Rechenbeispiel

Ein Werk repariert 20 mittlere Leckagen (Kategorie 2), das Netz läuft mit 7 bar im Dauerbetrieb:

Verlust 20 × 36.158 m³ = 723.160 m³ pro Jahr
Strom 723.160 m³ ÷ 8 m³/kWh = 90.395 kWh pro Jahr
CO₂ 90.395 kWh × 0,5 kg/kWh = 45,2 t pro Jahr
Kosten 723.160 m³ × 0,02 €/m³ = 14.463 € pro Jahr

Genau diese Werte – je Leckage, je Bereich und je Projekt – liefern die Auswertungen der Leckagen-Datenbank.

EMAS, Lebensmittel­sicherheit und Arbeitsschutz

Dieselben Daten unterstützen auch EMAS und Energie- und Umweltaudits. Für Betriebe der Lebensmittel- und Pharmaindustrie kommt die Druckluftqualitätsmessung nach ISO 8573-1 hinzu – mit Auswertungen etwa für ISO 22000 und IFS. Als Inklusivleistung gibt es außerdem eine Berichterstattung zur Unterstützung des Arbeitsschutz-Managements (OHSAS 18001 bzw. ISO 45001).

„Mit der Druckluftleckageuntersuchung und der dazugehörigen Online-Plattform von DAB Energy haben wir nun erstmalig einen Partner mit einem Arbeitstool an unserer Seite, mit dem wir die Verluste in unseren Systemen transparent machen und nachweisen können.“

Robert Novak, Energiemanagementbeauftragter, HAWE Hydraulik SE

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Zählt die Leckagenoptimierung als Maßnahme nach ISO 50001?

Sie ist eine typische Maßnahme zur Verbesserung der energiebezogenen Leistung – vorausgesetzt, Ausgangszustand, Umsetzung und Einsparung sind nachvollziehbar dokumentiert.

Wie rechnet man Leckageverluste in kWh und CO₂ um?

Strom = Verlust in m³ ÷ erzeugte Druckluft je kWh (Standard 8 m³/kWh). CO₂ = Strom × CO₂-Faktor (Standard 0,5 kg/kWh). Beide Faktoren sollten offengelegt und an den eigenen Betrieb angepasst werden.

Welche Unterlagen helfen im Audit?

Eine Liste aller Leckagen mit Foto, Standort, Kategorie und Verlust, der Reparaturstatus mit Datum, die Einsparung in kWh, CO₂ und Euro mit den verwendeten Faktoren und optional ein Erfolgsnachweis per Messung.

Was regelt die ISO 50003?

Sie legt die Anforderungen an Stellen fest, die Energiemanagementsysteme auditieren und zertifizieren. Dazu gehört, dass bei Zertifizierung und Rezertifizierung die Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachgewiesen werden muss.

Ihre Leckagen finden wir vor Ort.

Im gemeinsamen Gespräch bei Ihnen vor Ort finden wir zusammen die passende Lösung – unverbindlich und kostenlos.