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Ratgeber

Was kostet eine Druckluft­leckage?

Eine 1-mm-Leckage verliert bei 7 bar rund 69 l/min – über 36.000 m³ und gut 700 € pro Jahr. So berechnen Sie Verlust, Strom, CO₂ und Kosten Ihrer Leckagen.

Kurz gesagt

Nach dem Berechnungsmodell der DAB Energy verliert eine mittlere Leckage (Kategorie 2, Ersatzdurchmesser rund 1 mm) bei 7 bar im Dauerbetrieb etwa 69 Liter Druckluft pro Minute. Das sind rund 36.000 m³ im Jahr – bei 0,02 € je m³ gut 720 € und rund 2,3 Tonnen CO₂. Eine große Leckage (2 mm) kostet unter gleichen Bedingungen rund 3.080 € pro Jahr.

Warum Leckagen so teuer sind

Druckluft wird mit Strom erzeugt, gekühlt, getrocknet und verteilt – jeder Kubikmeter kostet also Geld, bevor er überhaupt eine Maschine antreibt. Eine Leckage verliert diese Luft ununterbrochen, solange das Netz unter Druck steht: in der Produktion, aber oft auch nachts und am Wochenende, wenn Kompressoren weiterlaufen.

Hinzu kommt, dass Leckagen kaum auffallen. Im Lärm einer Fertigung sind kleine Undichtigkeiten nicht zu hören, und weil sie sich über das ganze Netz verteilen, summieren sie sich unbemerkt.

Verlust je Leckage auf einen Blick

Die DAB Energy Leckagen-Datenbank ordnet jede gefundene Leckage einer Kategorie zu, die einem Ersatzdüsendurchmesser entspricht. Daraus ergeben sich folgende Werte:

Verlust je Leckage bei 7,0 bar und 8.760 Betriebsstunden (DAB-Berechnungsmodell)
KategorieØl/minm³/JahrkWh/JahrCO₂/Jahr€/Jahr*
Kat. 1 klein0,5 mm18,39.6111.2010,60 t192
Kat. 2 mittel0,97 mm68,836.1584.5202,26 t723
Kat. 3 groß2,0 mm293,0154.00019.2509,63 t3.080

* bei 0,02 € je m³ Druckluft. Strom mit 8 m³ je kWh, CO₂ mit 0,5 kg je kWh.

So rechnen Sie selbst

Für andere Drücke und Betriebszeiten lässt sich der Verlust je Leckage mit diesen Formeln abschätzen. Es sind dieselben, mit denen die DAB Energy Leckagen-Datenbank rechnet:

Volumenstrom (m³/min) = Netzdruck (bar) × 6,75 × (Ersatzdurchmesser in mm ÷ 25,4)²
Verlust pro Jahr (m³) = Volumenstrom × 60 × Betriebsstunden
Strom (kWh) = Verlust ÷ 8 m³/kWh
CO₂ (kg) = Strom × 0,5 kg/kWh
Kosten (€) = Verlust × Druckluftpreis je m³

Rechenbeispiel: Ein Werk mit 10 kleinen, 5 mittleren und 1 großen Leckage verliert bei 7 bar im Dauerbetrieb rund 430.900 m³ Druckluft im Jahr. Das entspricht etwa 53.900 kWh Strom, 26,9 Tonnen CO₂ und – bei 0,02 € je m³ – rund 8.600 € pro Jahr.

Mit dem Leckage-Kostenrechner rechnen Sie das für Ihren eigenen Betrieb durch.

Was Netzdruck und Betriebszeit ausmachen

Im DAB-Berechnungsmodell wächst der Leckstrom proportional zum Netzdruck: Wer den Druck von 7 auf 6 bar senkt, verringert den Verlust jeder Leckage um rund ein Siebtel. Der Druck sollte deshalb nur so hoch sein, wie die Verbraucher es tatsächlich brauchen.

Ebenso entscheidend ist die Zeit, in der das Netz unter Druck steht. Bei rund 2.000 Stunden im Einschichtbetrieb ist es knapp ein Viertel des Verlusts im Dauerbetrieb – vorausgesetzt, das Netz wird außerhalb der Produktion wirklich drucklos geschaltet.

Kleine Teile, große Wirkung

Die Reparatur einer Leckage kostet oft nur einen Bruchteil ihres jährlichen Verlusts. Aus der Praxis der DAB Energy: Mit Ersatzteilen für 70 € Warenwert wurden bei einem Kunden Leckagen mit über 10.000 € Verlust repariert. HAWE Hydraulik hat in einem werksübergreifenden Projekt über 300 t CO₂ und einen sechsstelligen Euro-Betrag an Verlusten aufgedeckt.

Von der Schätzung zur genauen Zahl

Formeln und Rechner liefern Richtwerte. Wie viele Leckagen welcher Größe Ihr Netz tatsächlich hat, zeigt eine Leckageortung per Ultraschall: Jede Leckage wird gekennzeichnet, einzeln bewertet und mit Kosten, Ersatzteil und Reparaturaufwand dokumentiert.

Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie viel Druckluft verliert ein Loch von 1 mm?

Nach dem Berechnungsmodell der DAB Energy rund 69 Liter pro Minute bei 7 bar – im Dauerbetrieb etwa 36.000 m³ Druckluft pro Jahr.

Wie viel Strom verbraucht eine Druckluftleckage?

Mit dem Standardwert von 8 m³ Druckluft je kWh entspricht eine mittlere Leckage mit 36.158 m³ pro Jahr rund 4.500 kWh Strom pro Jahr.

Wie viel CO₂ verursacht eine Druckluftleckage?

Bei 0,5 kg CO₂ je kWh rund 2,3 Tonnen pro Jahr für eine mittlere Leckage im Dauerbetrieb und rund 9,6 Tonnen für eine große Leckage mit 2 mm Ersatzdurchmesser.

Welcher Druckluftpreis ist für die Berechnung realistisch?

Der Preis je m³ hängt von Strompreis, Anlage, Wartung und Abschreibung ab; das eigene Energiemanagement kennt in der Regel den passenden Wert. Die Beispiele auf dieser Seite rechnen mit 0,02 € je m³.

Ihre Leckagen finden wir vor Ort.

Im gemeinsamen Gespräch bei Ihnen vor Ort finden wir zusammen die passende Lösung – unverbindlich und kostenlos.