Kurz gesagt
Einzelne Druckluftleckagen findet man am zuverlässigsten mit digitaler Ultraschall-Messtechnik – auch im laufenden, lauten Betrieb und aus der Distanz. Lecksuchspray eignet sich, um eine vermutete Stelle zu bestätigen. Wie viel Luft das Netz insgesamt verliert, lässt sich in produktionsfreier Zeit mit der Druckabfall- oder der Kompressormethode abschätzen. Diese zeigen aber nicht, wo die Leckagen sitzen.
Zwei Fragen: Wie viel – und wo?
Bei Druckluftleckagen geht es um zwei verschiedene Fragen. Erstens: Wie viel Luft verliert das Netz insgesamt? Das beantworten Messungen am Kompressor oder an der Hauptleitung. Zweitens: Wo genau sitzen die Leckagen? Das beantwortet nur die Suche vor Ort. Für die Reparatur ist die zweite Frage entscheidend, für die Einordnung der Kosten die erste.
Abhören und Fühlen
Große Leckagen zischen hörbar. In ruhigen Zeiten lassen sie sich mit dem Ohr oder der Hand finden. Im Lärm einer laufenden Produktion bleibt der größte Teil der Leckagen so jedoch unentdeckt – kleine Undichtigkeiten sind schlicht nicht zu hören.
Lecksuchspray und Seifenlösung
Auf eine vermutete Leckstelle gesprüht, bildet die Flüssigkeit Blasen, wo Luft austritt. Das ist zuverlässig, um eine bestimmte Stelle zu bestätigen – etwa nach einer Reparatur. Für die systematische Suche in einem ganzen Netz ist die Methode zu langsam, und an schwer zugänglichen Leitungen oder großen Anlagen stößt sie schnell an Grenzen.
Ultraschall-Leckageortung
Austretende Druckluft erzeugt durch die turbulente Strömung Schall im Ultraschallbereich. Digitale Ultraschall-Messgeräte machen diesen Schall hör- und messbar und lassen sich gezielt ausrichten. So werden auch kleine Leckagen gefunden – im laufenden Betrieb, auf engstem Raum und aus großer Distanz, etwa an Rohrtrassen unter der Hallendecke.
Wichtig ist die Messtechnik: Viele Geräte werten nur den Schallpegel in Dezibel aus und können Umgebungslärm mit einer Leckage verwechseln. DAB Energy setzt deshalb auf digitale Ultraschall-Messtechnik und kennzeichnet jede Fundstelle sofort mit einem Etikett. Mehr dazu auf der Seite Leckageortung.
Gesamtverlust messen: die Druckabfallmethode
In einer produktionsfreien Zeit werden alle Verbraucher abgeschaltet, das Netz auf Betriebsdruck gebracht und die Kompressoren abgeschaltet. Dann wird gemessen, wie lange der Druck braucht, um um einen bestimmten Wert zu fallen. Daraus ergibt sich der Leckstrom:
Beispiel: Speicher und Rohrnetz fassen zusammen 2 m³. Der Druck fällt in 4 Minuten von 7 auf 6 bar. Der Leckstrom beträgt dann 2 × 1 ÷ 4 = 0,5 m³/min, also 500 Liter pro Minute – so viel wie rund sieben mittlere Leckagen. Im Dauerbetrieb wären das gut 260.000 m³ im Jahr.
Die Methode setzt voraus, dass das Volumen von Speicher und Rohrnetz bekannt oder gut abgeschätzt ist.
Gesamtverlust messen: die Kompressormethode
Auch hier sind alle Verbraucher abgeschaltet. Der Kompressor hält das Netz auf Druck und läuft dabei nur, um die Leckagen auszugleichen. Aus seiner Liefermenge und dem Anteil der Lastlaufzeit an der Messzeit ergibt sich der Leckstrom:
Beispiel: Ein Kompressor mit 5 m³/min Liefermenge läuft in 10 Minuten insgesamt 1 Minute unter Last. Der Leckstrom liegt bei 5 × 1 ÷ 10 = 0,5 m³/min. Bei drehzahlgeregelten Kompressoren liefert eine Durchflussmessung genauere Werte.
Durchflussmessung an der Hauptleitung
Ein Durchflusssensor an der Hauptleitung zeigt den Verbrauch über die Zeit. Was in Pausen, nachts oder am Wochenende noch fließt, obwohl nichts produziert wird, ist zum großen Teil Leckage. Die Messung lässt sich auch zeitlich begrenzt mit Mietgeräten durchführen.
Die Methoden im Vergleich
| Methode | Findet einzelne Leckagen | Im laufenden Betrieb | Zeigt den Gesamtverlust |
|---|---|---|---|
| Abhören | nur große | kaum | nein |
| Lecksuchspray | ja, an vermuteten Stellen | ja | nein |
| Ultraschall | ja, auch kleine | ja | als Summe der bewerteten Leckagen |
| Druckabfallmethode | nein | nein | ja |
| Kompressormethode | nein | nein | ja |
| Durchflussmessung | nein | ja (Grundlast in Pausen) | ja |
In der Praxis ergänzen sich die Methoden: Die Messung des Gesamtverlusts zeigt, wie groß das Problem ist, die Ultraschall-Ortung, wo es sitzt – und die Durchflussmessung nach der Reparatur, was sie gebracht hat.